Trimalchios Frau Fortunata und der Reichtum ihres Gatten (Petron. 37,1 – 38,1)

Ich habe nicht weiter irgendetwas kosten können, sondern ihm zugewandt, damit ich möglichst viele Dinge erfahre, begann ich weit auszuholen und mich zu erkundigen, welche Frau jene wäre, die hier- und dorthin lief. „Die Frau des Trimalchio“, sagte er, „Fortunata wird sie genannt, die Münzen mit einem Scheffel misst. Aber was war gerade eben noch? Dein Genius wird mir verzeihen, du hättest kein Brot von der Hand jener angenommen. Nun, ohne ersichtlichen Grund, wissen wir, ist sie eine Göttin geworden und Trimalchios ein und alles. Kurz und gut wird er es glauben, wenn sie jenem sagt, dass am hellichten Mittag Dunkelheit herrscht. Er selbst weiß nicht, was er hat, so sehr reich ist er, aber dieses raffinierte Luder trifft für alles Vorsorge, auch wo du es nicht glauben wirst. Sie ist verständig, besonnen, von guten Plänen – nach dem vielen vielen Gold zu urteilen, das man sieht –, dennoch von übler Zunge und eine Klatschbase. Wen sie liebt, liebt sie, wen sie nicht liebt, liebt sie nicht.
Trimalchio selbst hat Grundbesitz, soweit die Habichte fliegen, Geld über Geld. In seiner Pförtnerloge liegt mehr Silber als irgendjemand in seinem Besitz hat. Die Hausgemeinschaft aber, alle Achtung! Bei Herkules glaube ich nicht, dass es einen zehnten Teil gibt, der seinen Herrn kennt. Kurz und gut, jedem von diesen Schwachköpfen wird er in das Blatt einer Raute wickeln. Hüte dich davor zu glauben, dass jener irgendetwas kauft. Alles wird im Haus produziert.


2015-12-25 00:12:00