Trimalchios Mitfreigelassener C. Iulius Proculus (Petron. 38,6 – 39,3a)

Er hat alles, was das Herz begehrt. Hüte dich davor, dessen übrige Mitfreigelassene zu verachten. Sie sind sehr reich. Du siehst jenen, der ganz unten am Tisch liegt: Heute besitzt her achthunderttausend Sesterzen. Aus dem nichts ist er groß geworden. Vor kurzem pflegte er es, auf seinem Nacken Hölzer zu tragen. Aber wie man sagt – ich weiß nichts, sondern habe es gehört –, fand er einen Schatz, nachdem er einem Schutzgeist die Tarnkappe geraubt hatte. Ich sehe niemanden neidisch an, wenn ein Gott [ihm] etwas gegeben hat. (…) Was soll man zu dem sagen, der am Platz eines Freigelassenen liegt, wie gut er sich verhalten hat. Ich mache jenem keine Vorwürfe. Er sah seine eine Million Sesterzen, ist aber [finanziell] übel ins Schleudern gekommen. Ich glaube nicht, dass jener freies Haar hat und bei Herkules nicht durch seine Schuld, es gibt nämlich keinen besseren Menschen als diesen, aber mit Freveln befleckte Freigelassene, die sich alles angeeignet haben. Wisse aber: Ein Topf, der mehreren gehört, kocht schlecht, und sobald einmal eine Sache schief läuft, verschwinden die Freunde. Und dieses ehrenvolle Geschäft übte er aus, wie du jenen so siehst: Er war Bestattungsunternehmer. Er pflegte es zu speisen wie ein König. (…) Unter dem Tisch wurde mehr an Wein vergossen als irgendjemand in seiner Vorratskammer hat. Er ist ein Traumbild, kein Mensch.

Trimalchio unterbrach die so angenehmen Erzählungen, denn bereits war der Gang abgeräumt worden und die heiteren Gäste hatten begonnen, sich dem Weingelage und der allgemeinen Unterhaltung zuzuwenden. Auf den Unterarm zurückgekehrt sprach dieser folglich: „Es ziemt sich, dass ihr diesen Wein [durch eure Fröhlichkeit] schmackhaft macht. Es ziemt sich, dass Fische schwimmen.“


2015-12-25 00:30:02