Textfinder

Innerhalb einer einwöchigen Entwicklungsphase ist als Kurzprojekt ein kleines Online-Tool entstanden, welches eine vokabelbasierte Suche von lateinischen Textstellen ermöglicht.

ButtonImage

Nicht selten gibt es Situationen, in denen man bestimmte Wörter kennt und wissen möchte, welche lateinische Textstellen diese besonders oft enthalten: Als Schüler, wenn der Lehrer angesichts der anstehenden Schulaufgabe/Klausur bestimmte Ausdrücke zur Wiederholung aufgegeben hat, die dem Text entnommen sind, der dann tatsächlich drankommt, und man zum eigenen Vorteil den Klausurtext bereits im Voraus kennen möchte. Als Lehrer, wenn man an einem Text interessiert ist, der die Vokabeln der aktuellen Lektion abdeckt. Oder auch als einer an der lateinischen Sprache sonstwie Interessierter, der aus statistischen oder heuristischen Gründen auf Textstellensuche geht.

Auch wenn die Programmierung sowie die optische Gestaltung des Online-Tools einfach gehalten wurde, erfüllt es bei korrekter Bedienung seinen Zweck außergewöhnlich gut und hat sich in der Praxis bereits vielmals bewiesen.

 

Bedienungsanleitung

  1. Geben Sie Ihre Vokabeln durch Leerzeichen separiert in das vorgesehene Feld ein. In den meisten Fällen wird es sinnvoll sein, nur die Wortstämme ohne Endungen zu verwenden, da beispielseise eine Suche nach parare keine Textstellen liefert, die paro enthalten. Lassen Sie bei Ihrer Suche sehr häufig auftretende Wörter wie et oder esse weg, da das Resultat sonst schnell unübersichtlich werden kann.

  2. Wählen Sie auf der rechten Seite die Werke aus, die Sie durchsuchen möchten, indem Sie entsprechende Häckchen setzen.

  3. Starten Sie eine Suche, indem sie auf Finden klicken. Meist ist jetzt die Anzahl an gefundenen Textstellen ernüchternd groß. Ist das der Fall, klicken Sie links oben auf Zurück und erhöhen Sie schrittweise die Mindestanzahl an Treffern in einer Textstelle so lange, bis nur noch wenige gefundene Textstellen verbleiben, wobei Sie nach jeder Erhöhung auf Finden klicken müssen, um das neue Ergebnis zu betrachten.

  4. Studieren Sie die verbleibenden Textstellen auf Plausibilität und überlegen Sie, ob sie gefunden haben, wonach sie suchen. Passen sie ggf. Ihre Vokabelliste oder Ihre Werkauswahl an und starten Sie eine neue Suche.

 

Beispielsuche

Ein Benutzer fragt auf einer Ratgeberseite:

Hallo. Ich schreibe morgen eine Lateinarbeit über die Epistula morales an Lucilius. Das Thema ist Sport. Die Wörter, welche in diesem Text vorkommen sind : aliqui/ aliquis; animus; augere; brevis; celer; currere; eligere; etiamsi/ etsi; exercere; exercitatio; facilis; manus; satis; temperare; tempus; umquam; vir und vires.

Aus seiner Vokabelliste machen wir eine Liste von Quasi-Wortstämmen, die durch Leerzeichen getrennt sind:

aliqu anim aug brev celer curr elig etiamsi etsi exerc exercitatio facil manu satis temper temp umquam vir

Diese geben wir in den Textfinder ein und wählen alle Werke aus, die in ihrem Titel "Seneca Epistulae morales" enthalten. Eine erste Suche liefert unzählige Textstellen. Wir wiederholen die Suche mit einer Mindestanzahl an Treffern, die größer als 1 ist. Die Zahl der gefundenen Textstelle ist kleiner geworden. Wir stellen durch mehrmaliges herumprobieren fest, dass bei einer gesetzten Mindestanzahl von 12 Treffern nur noch eine einzige Textstelle verbleibt.

 

 

 

 Eine genauere Betrachtung des Funds offenbart seine Plausibilität.

Also ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich bei dem Text, nach dem der Fragesteller sucht, um Sen. ep. 15 handelt. Diese Annahme stärkt die Tatsache, dass es in der gefundenen Textstelle inhaltlich um Bodybuilding geht.


2016-02-10 22:05:57


© 2017 julianibus
Last updated: Thu Apr 6 22:04:56 2017.